Shazzys Rasselbande

http://www.youtube.com/watch?v=Gxo83abZt14&feature=share

Sehr Interesant, anschauenswert!

Meerschweinchen Lexikon von A-Z

Haltung

kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Anfassen

Scheue ungezähmte Meerschweinchen lassen sich aus Angst natürlich nicht gern anfassen. Es ist aber nicht nur eine Frage von Angst sondern es liegt auch am Charakter jedes einzelnen Meerschweinchens selbst ob es Anfassen oder Streicheleinheiten überhaupt mag oder eher ablehnt, da sollte man das Tier und seine Eigenheiten natürlich respektieren und sich ihm gegenüber entsprechend anpassen. In den meisten Fällen ist es aber die Angst, welche wir durch Zähmung zum großen Teil beseitigen können.

Wichtig bei der Zähmung ist, wie wir dem Tier gegenüber begegnen, einmal das wir uns ihm immer von vorn nähern, in ruhigem Ton mit ihm sprechen, hektische Bewegungen vermeiden, scheuchen beim einfangen so gut es geht zu unterbinden, das Tier auf dem Arm nicht gegen seinen Willen festhalten wenn es Anstalten macht woanders hin zu wollen, niemals unsanfte Berührungen auszuüben. Siehe dazu auch unter „Eingewöhnung“.

Bei Wildmeerschweinchen habe ich die Erfahrung gemacht, das sie sehr neugierig sind, zum Futterbetteln auch zur Käfigbrüstung kommen, sich aber höchstens mal an Nasenrücken oder Vorderpfoten berühren lassen wollen niemals am restlichen Körper …sie gehen dann einfach weg, kommen aber nach kurzer Zeit wieder. Sie sind somit überhaupt keine Streicheltiere, weil sie es von sich aus fast gänzlich ablehnen berührt zu werden. Nimmt man sie auf den Arm werden sie sehr wehrhaft, wollen nur flüchten und werfen aus Angst Fell ab. Dies sollte man möglichst unterlassen, da man sich so bereits aufgebautes Vertrauen wieder kaputt machen kann.

Die Wieselmeerschweinchen sind da etwas anders, da sie relativ schnell ihre Berührungsängste verlieren. Sie sind wie kleine Hörnchen wuselig und ausgesprochen neugierig kommen sie immer wieder zur Käfigbrüstung und dulden auch mal am Rücken gegrault zu werden. Wenn man sich intensiv mit ihnen befasst, ist vielleicht sogar möglich, sie mal auf den Arm zu nehmen ohne das sie Fluchtversuche starten. Wiesel- als auch Wildmeerschweinchen zeigen keinerlei Skrupel einfach aus dem Arm zu springen und dies kann sehr gefährlich für sie werden.

 

Angst   

Als Nestflüchter ist Angst bei Meerschweinchen ein völlig natürliches, angeborenes Verhalten, das die meisten Meerschweinchen deshalb nie gänzlich ablegen.

 

 

Aufenthalt, im freien

Es gibt nichts schöneres für die Meerschweinchen, wenn ihnen ihr Besitzer in den wärmeren Jahreszeiten einen Wiesenauslauf in einem eigenen Garten ermöglichen kann.

Ab Juni kann man das MS in langsamen Schritten an seinen Aufenthalt im Freien gewöhnen.

Einige Regeln, sollen mögliche Gefahren vermeiden helfen:

  • Gehege  - Das abnehmbare Gitteroberteil eines Käfigs, als Wiesenauslauf genutzt, ist  nur für den kurzen Aufenthalt unter Aufsicht geeignet ! Besser ist ein stabiles Holzgerüst mit engmaschigem Draht, oben gut verschlossen durch einen Deckel, der sich verriegeln lässt. Das Gehege im Boden mit Zeltheringen so verankern, dass es von anderen Tieren nicht gehoben werden kann .
  • Zugluft -  vermeiden!  Außenwände an den Seiten des Geheges zur Not mit Planen, Pappen oder Kartoffelsäcken abdichten.
  • Regen -  kalte und nasse Füße bergen Erkältungsgefahren und Unterkühlung in sich! Besser die Tiere hereinholen . Meerschweinchen, die ganzjährig unter solchen Extrembedingungen im Freien leben, reagieren unempfindlicher.
  • Sonne -  MS sind extrem hitzschlaggefährdet !  Die Gehege nur an schattigen Plätzen aufstellen und bedenken, das die Sonne wandert. Die Augen rotäugiger MS reagieren empfindlich auf direkte Sonneneinstrahlung .
  • Schutzhaus - sollte immer im Gehege stehen.
  • Trinkwasser - sollte in Form einer Wasserflasche angebracht sein.
  • Raubtiere – fremde Hunde, Katzen, Marder oder Greifvögel sind große Gefahren für die MS, weshalb das Gehege auch so gut wie möglich gesichert werden muss!
  • Verschmutzung - das Gehege sollte so konstruiert sein, das man es tgl. umsetzen kann, da die MS sonst durch ihre Ausscheidungen verschmutztes Grünfutter fressen müssten.

Weitere interessante Anregungen über Meerschweinchenhaltung im Garten: http://www.diealts.de

 

Auslauf, Wohnung

Sollte den MS täglich gegönnt sein, wenn sie in einem normalen Gitterkäfig leben, der dem natürlichen Bewegungsdrang dieser Tiere nicht genügt.

MS, die nur im engen Käfig dahin vegetieren müssen, verfetten sehr schnell und stumpfen im Wesen ab, auch verschiedene Verhaltensstörungen, wie Fell fressen, Gitter nagen usw. können entstehen.

Am lauffreudigsten zeigen sich die MS, wenn sie zum Ansporn einen Artgenossen haben.

Es reicht aus, die MS tgl. solange laufen zu lassen, bis sie sich ausgetobt haben und beginnen, sich in irgendeiner Ecke regungslos niederzulassen.  Leider werden nur die wenigsten MS stubenrein, weshalb man ihre Lieblingssitzplätze mit Zeitung, Teppichresten oder Tüchern auslegen sollte.

Andere Haustiere, wie Hunde oder Katzen, sollte man möglichst fernhalten oder nur unter Aufsicht zu den frei laufenden MS lassen, wenn Gewiss ist, das sich beide tolerieren.  Andere Gefahrenquellen müssen vorher aus dem Weg geräumt werden, wie z.B. Plastik, Styropor, Elektrokabel, da dies beliebte aber gesundheitsgefährdende Nageobjekte sind.

Schlupfwinkel hinter Schränken usw., sollte man vorher zubauen, sonst sind die MS schnell dahinter verschwunden.

Bestimmte Zimmerpflanzen sind giftig, diese sollten in unerreichbarer Höhe stehen.

 

Ausmisten

Wie oft ausgemistet werden sollte, richtet sich nach Käfiggröße und Anzahl der Tiere.

Die einfachste Regel ist, immer in solchen Zeitabständen zu misten, bevor Geruch entsteht.

Um zu vermeiden, das die MS einen nassen Po bekommen, kann man die Spreu von Kot- und Urinecken bei Bedarf zwischendurch auswechseln .

Zur Vorbeugung vor Urinstein kann man die Bodenschalen mit Essigreiniger auswaschen.

Bei älteren Urinflecken wird mit Essigreiniger getränkte Watte auf die fleckigen Stellen in der Bodenschale gelegt und gut angedrückt. Über Nacht einwirken lassen und am nächsten Tag lassen sich die Flecken problemlos entfernen.

Es reicht aus, den Käfig ca. alle 14 Tage mit handelsüblichen Sprays zu desinfizieren .

Trinkflaschen und Futternäpfe ebenfalls regelmäßig reinigen.

Als Einstreu für den Käfig eignen sich z.B. Sägespäne, gepresste Holzfaser oder gepresste Strohpellets.

 

 

Böckehaltung

Böcke die von klein auf in reinen Boygroups oder in der Gesellschaft ihres Vaters u./o. männlichen Geschwistern aufgewachsen sind und somit ausreichendes Sozialverhalten gelernt haben, werden es auch später immer einfacher haben sich mit gleichgeschlechtlichen zu arrangieren als andere, die überwiegend einzeln saßen und diese Erfahrungen nie machen durften.

Bei ausgewachsenen Böcken mit Boygroup- Erfahrung ist es manchmal sogar möglich sie mit anderen völlig fremden, geschlechtsreifen Männchen zu vergesellschaften, obwohl sie inzwischen vielleicht sogar schon über Zuchterfahrungen verfügen.

Kommt ein ausgewachsener Bock ohne Boygroup- Erfahrung, der sein Leben lang nur allein oder mit 1 Weibchen vergesellschaftet war in eine Männchen- Gruppe, ist er enormen Stress ausgesetzt, weil er nicht weiß, wie er sich den anderen gegenüber verhalten muss, einfach aus dem Grunde, weil er es nie gelernt hat. Entweder er kehrt anfangs fürchterlich den Macho” heraus und stürmt unbedarft auf die anderen hinzu, wofür er mächtig verprügelt wird u./o. er wird so stark verunsichert, das er sich ängstlich vor allen anderen zurück zieht, sich verkriecht und sich noch nicht einmal mehr an das Futter wagt. Solche Böcke können an den Folgen dieses Dauerstresses sterben, wenn man sie nicht wieder rechtzeitig aus dieser Gruppe heraus nimmt!

 

Wer 2 Böckchen vergesellschaften möchte, sollte folgende Regeln beachten:

  • Einer der beiden Böcke darf noch nicht geschlechtsreif sein, d.h. er sollte 3- 4 (5) Wochen alt sein.
  • 2 Böcke sollten nie getrennt werden, damit sie sich nicht entfremden, denn dies geht rascher als man denkt.
  • Keine weiblichen Meerschweinchen im selben Haushalt beherbergen, ihr Geruch könnte u.U. Rivalitätsverhalten auslösen (ist bei uns bislang noch nicht vorgekommen obwohl wir mehrere Böckerudel nebst Weibchengruppen im selben Zimmer untergebracht haben, ist aber trotzdem nicht auszuschließen).

 

 Tipp: Besitzt man bereits einen älteren Bock, zu dem ein Jungbock hinzu soll, könnte man das ältere Tier mit zum Züchter nehmen und die Verträglichkeit mit einem gewählten Jungbock gleich vor Ort beobachten.

Möchte man sich 2 Jungböcke anschaffen, könnte man 2 Brüder aus einem Wurf nehmen, da sich diese bereits kennen.

Lassen Sie die beiden Böckchen zum Kennen lernen bei sich Zuhause anfangs am besten auf „neutralem“ Boden (außerhalb des Käfigs) für eine Weile zusammen laufen. Sobald sich die erste Aufregung gelegt hat, können Sie beide in den gemeinsamen Käfig setzen. Es wird noch einige Tage dauern, bis die Rangordnung ausgefochten und Harmonie eingekehrt ist.

Man kann auch versuchen, die Böckchen ein wenig voneinander abzulenken in dem man ihnen ein paar Leckereien dazu stellt und sollten sie Anstalten machen sich bekämpfen zu wollen, ist es in manchen Fällen wirkungsvoll ihren Geruchssinn etwas zu irritieren, z.B. indem man ihre Hinterteile ein wenig einparfümiert.

Es ist nicht nötig einen Bock zu kastrieren, wenn man ihn mit einem Jungböckchen vergesellschaften möchte!

Solange der Jungbock noch nicht geschlechtsreif ist (3 ½ - 5 Wochen alt), klappt die Vergesellschaftung mit einem älteren Bock eigentlich immer! Das natürliche Rivalitätsverhalten wird durch eine Kastration nicht ausgelöscht, die Böcke können im Wesen ruhiger werden, auch im Verhalten Weibchen gegenüber, jedoch wird ihr Kampfgeist gegenüber anderen Böcken kaum gebremst, mit anderen Worten: Wenn sich 2 Böcke einmal verfeindet haben, dann wird auch 1 Kastration nichts mehr daran ändern.

Bei Vergesellschaftungen von Böcken (unter Einhaltung obiger Regeln!) kommt es später nur sehr selten mal zu Verfeindungen (nämlich nur dann, wenn sich 2 Böcke extrem dominant entwickeln sollten und keiner von beiden nachgeben will).

Überwiegend halten die Freundschaften erfahrungsgemäß lebenslang.

Jugendliche machen manchmal Stänkerphasen“ durch, wo sie austesten wollen, ob sie nicht doch stärker als der Andere sind und evtl. erreichen können, des anderen höheren Rang einzunehmen. Das Verhalten legt sich, sobald die Böcke ausgewachsen sind und sich deren Positionen gefestigt haben. Der Rangniedrigere von beiden übernimmt dann automatisch die Weibchenrolle“, duldet Besteigungen des ranghöheren Männchens (Chef) usw..

Hat man bereits 2 Böcke und möchte einen Dritten hinzu setzen, so gestaltet sich diese ungerade Anzahl an Tieren manchmal etwas ungünstig, sollte es dazu kommen, das sich zwei zusammen tun und gegen den Dritten verbünden.

Besser sind also 2 oder 4 Böckchen zusammen, bei noch größeren Gruppen spielt die Anzahl dann keine Rolle mehr.

 

 

Eingewöhnung

Meerschweinchen reagieren auf einen Umgebungswechsel recht stressanfällig und ängstlich, besonders wenn sie allein sind. Durch Futterumstellungen, die häufig noch dazu kommen, sind die Tiere alles in allem krankheitsanfälliger.

Bei Neukauf eines Tieres sollte man deshalb zu Anfang einige Regeln beherzigen :

  • Meerschweinchen möglichst nicht allein, besser zu zweit halten .
  • Für den Zeitraum von ca. 1 Woche dem Tier Ruhe gönnen, nicht aus dem Käfig nehmen, damit es seine Umgebung kennenlernt und Vertrauen gewinnt. Das Tier beobachten und in ruhigem Ton mit ihm sprechen, damit es sich an die fremden Stimmen gewöhnt.
  • Dem Tier eine Unterschlupfmöglichkeit (Schlafhaus) als Schutz in den Käfig stellen .
  • Kein Lärm , hektische Bewegungen oder andere Haustiere in der Nähe des Käfigs.
  • Dem Tier möglichst sein gewohntes Kraftfutter füttern, bei Umstellung auf eine andere Sorte, das gewohnte Futter der neuen Sorte anfangs untermischen.
  • Fütterungszeiten pünktlich einhalten (ideal sind ganz nach der Natur Sonnenauf- und  Untergang), dann entwickelt sich schnell eine innere Uhr bei den Meerschweinchen und sie können schon bald an Schritt, bestimmten Gesten + Geräuschen ihren Futtermeister erkennen und werden ihn stets mit freudigem Quiekkonzert begrüßen. Die Meerschweinchen merken sich besonders die Geräusche, die sie mit baldiger Futteranlieferung in Verbindung bringen können, wie das schlagen der Kühlschranktür, raschelnde Tüten, das klacken des Messers uvm. .
  • Nach einer Woche langsam mit der Zähmung beginnen.
  • Man sollte sich dem Tier beim herausgreifen aus dem Käfig möglichst immer nur von vorn nähern, dabei nicht von oben kommen und es nur mit beiden Händen heraus heben, keinesfalls den Brustkorb quetschen . Das Ganze möglichst ohne große Scheucherei.
  • Streichelstunden auf dem Schoß einlegen (Ohrmuscheln massieren beruhigt), solange, bis die Tiere sich sichtlich entspannen, dabei mit ihnen sprechen und ihnen zwischendurch immer wieder mal leckeres Grün (z.B.Löwenzahn, Petersilienstängelchen, Gurkenstückchen) anbieten, damit sie lernen aus der Hand zu fressen.

   Tipp: Legen Sie zum streicheln 1 Handtuch unter, bis Sie gelernt haben, die Signale Ihrer Tiere zu erkennen, wenn diese mal kurz „austreten“ müssen. Oft werden die Tiere kurz vorher etwas unruhiger, manche fiepen ganz leise aber es gibt natürlich auch Experten unter ihnen, die sich gar nicht bemerkbar machen, dann hat man leider gelitten.

  • Täglich üben, das Tier mit einem Leckerbissen (z.B. Löwenzahn, Gurkenstückchen) aus seinem Haus heraus zu locken, bis es den Mut aufbringt, aus der Hand zu fressen.
  • Das Schlafhaus könnte man nach ein paar Wochen tagsüber weglassen und nur noch nachts in den Käfig stellen, um die Konfrontation des Tieres mit seinen Pflegepersonen ein wenig zu beschleunigen.
  • Dem gezähmten MS Familienanschluss gewähren, vor allem, wenn es ein Einzeltier ist, d.h. sein Heim nicht in eine allzu isolierte Ecke stellen, da es an allem teilhaben möchte und eine Isolation zu Abstumpfung seines Wesens führen würde.
  • Dem Tier Abwechslung bieten durch Kletterebenen, Krabbelrohre ... im Käfig, sowie Auslauf in Wohnung oder Garten .

 

Einsamkeit

Einzeltiere leiden stumm unter Einsamkeit

 

Einzelhaltung von Meerschweinchen ist nicht artgerecht und ist vergleichbar mit lebenslanger Einzelhaft. Einzeln gehaltene MS werden somit für etwas bestraft was sie nie verbrochen haben.

Meerschweinchen sind von Natur aus Rudeltiere und benötigen von daher unbedingt die Geselligkeit unter Artgenossen, ganz genauso wie wir Menschen auch.

Auch wer meint, sein MS erhält als Partnerersatz sehr viel Zuwendung, der vergisst die vielen einsamen Stunden während Schule und Beruf. Diese einsame Zeit, die da zu überbrücken ist, mag uns nur kurz erscheinen aber gemessen an der unterschiedlichen Lebenserwartung von Mensch und MS, bedeutet es für das MS eine halbe Ewigkeit. Das Meerschweinchen ist sehr redefreudig und möchte sich deshalb auch verbal mitteilen, doch dazu benötigt es einen Artgenossen, denn wir Menschen oder ein artfremdes Tier können ihm dieses Bedürfnis nicht erfüllen.

Natürlich sind auch die Meerschweinchen in der Lage, sich an ihre Situationen anzupassen, d.h. einige unter ihnen geben sich auch bei Einzelhaltung fröhlich und betriebsam aber es gibt auch genügend andere MS die ganz still und reserviert werden, meist nur noch in ihrem Haus hocken und den ganzen Tag vor sich hin dösen, weil ihnen nichts anderes übrig bleibt. Der Mensch urteilt dann schnell falsch: ”Meerschweinchen ....sind doch langweilig!”

Eigennütziges Denken sollte man grundsätzlich abstellen, wenn man sich zu einer Haltung von Meerschweinchen entschließt. Wenn man sich Meerschweinchen ins Haus holt, dann mit allen Konsequenzen, ansonsten bleibt nur die Wahl, sich für ein anders Tier zu entscheiden, welches von Natur aus ein Einzelgänger ist, wie z.B. manche Hamsterrassen.

Man braucht keine Angst zu haben, das bei Anschaffung von mehr als 1 Meerschweinchen jedes einzelne vielleicht nicht zahm genug wird, das trifft vielleicht auf manche andere Tierarten, nicht aber auf die MS zu! Logischerweise werden die MS zu ihren Artgenossen immer eine stärkere Bindung aufbauen als dem Menschen gegenüber aber das ist ein ganz natürliches Verhalten / Bedürfnis, das wir ihnen nicht verbieten dürfen, nur weil wir von 1 Tier vielleicht erwarten, das es möglichst seine ganze Aufmerksamkeit auf uns allein richten soll.

 

Einstreu

Inzwischen werden im Handel zahlreiche verschiedene Einstreumaterialien angeboten.

Genauso viele Materialien wie es gibt, genauso unterschiedlich können auch die Erfahrungswerte damit sein.

Jeder Meerschweinchenhalter stellt andere Ansprüche an die Qualität und Eigenschaften eines Produktes, so können sich daraus auch recht unterschiedliche Ansichten ergeben.

 

 

Gruppenhaltung,

siehe auch Böckehaltung

Die Gruppenhaltung ist für Meerschweinchen artgerecht und deshalb grundsätzlich anzustreben!

Man kann reine Weibchen-Gruppen als auch reine Männchen- Gruppen halten oder 1 Gruppe bestehend aus mehreren Weibchen mit 1 kastrierten Bock dabei. Ein unkastrierter Bock innerhalb einer Weibchengruppe ist nur für einen Züchter relevant, der es versteht, ihn vor anstehenden Geburten oder zwecks Zuchtpausen rechzeitig umzuquartieren.

Besonders für Jungtiere ist die Gruppenhaltung zur Erlernung ihres Sozialverhaltens unerlässlich.

Wie viele Tiere man zusammen halten kann ist natürlich von der Gehegegröße anhängig.

Der Platz sollte so groß sein, das sich die Tiere auch mal bequem aus dem Wege gehen können, denn auch Meerschweinchen haben gelegentlich mal das Bedürfnis sich von anderen aus der Gruppe zurück ziehen zu wollen.

Meinen Erfahrungen nach zeigen größere Gruppen eine wesentlich bessere Toleranz gegenüber „Neumitgliedern“ als kleinere Gruppen von nur 2 - 4 Tieren.

Innerhalb jeder Gruppe bilden Meerschweinchen untereinander mehr oder weniger enge Freundschaften, nicht alle verstehen sich gleich gut miteinander.

Die Haltung von Bock- Gruppen sind unter dem Stichwort „Böckehaltung“ nachzulesen.

 

Für Weibchen-Gruppen oder Weibchen + Kastrat gilt folgendes:

Extrem dominante Säue sind manchmal recht schwer in 1 Gruppe zu integrieren, so dass manchmal mehrfache Anläufe versucht werden müssen, bis solche „Quertreiber“ irgendwann mal ihren Gute- Laune-Tag haben und es dann besser klappt. Leider weiß ich nicht, woran das liegt, das ein Versuch 100 x scheitert und Wochen später ganz plötzlich doch noch gelingt. Wenn man mehrere Gruppen hat und muss ein schwieriges Neumitglied integrieren, kann man versuchen, die Gruppenmitglieder so oft umzusetzen, bis die Rangordnungskämpfe auf das bestmögliche Minimum begrenzt bleiben.      

Extrem dominante, sehr angriffswütige Weibchen lassen sich oft dadurch bezähmen, indem man sie zu einem anderen Weibchen setzt, das genau so geartet ist bzw. ein nicht minder dominantes Verhalten an den Tag legt.

Gewöhnlich dauern Rangordnungskämpfe bei einer neu zusammen gefügten Gruppe 3 -7 Tage an, wobei in den ersten 3 Tagen am heftigsten um den Rang geboxt und gejagt wird. Erst wenn die Rangordnung festgelegt wird, kehrt Harmonie ein.

Kastraten innerhalb einer Weibchen- Gruppe, sind aufgrund ihres Geschlechts nicht automatisch Gruppenführer, das Alpha-Tier kann genauso ein Weibchen sein. Kastraten werden von Weibchen recht gut geduldet, sie zeigen den Weibchen gegenüber oft ein wesentlich weniger aggressives Verhalten als manche Weibchen untereinander, sie versuchen manchmal sogar sich bei Streitigkeiten unter Weibchen schlichtend einzubringen. Sie können von daher einiges zur Harmonie in einem Rudel beitragen.

 

 

Käfig

Größe:    Er kann nie groß genug sein!!!

Wir müssen uns vor Augen halten, das wir Lebewesen gegen ihren Willen zum Dienste des Menschen in Gefangenschaft nehmen und entscheiden nun über die Größe ihres Lebensraumes, in dem sie ihr Dasein fristen sollen. Versetzen wir uns also hierbei in die Lage der Tiere und wählen die Behausung nicht nach den Kriterien der praktikabelsten, platzsparernsten, saubersten Lösungen aus. Möchten wir etwa zeitlebens in einem engen Badezimmer eingesperrt sein? Sicher nicht. Also ist der Käfig so groß wie möglich zu wählen!

Die Käfighersteller denken nicht immer im Sinne der Tiere, sondern richten sich nach den Wünschen der Kunden, doch meist sind diese blutjunge Anfänger und orientieren sich mit ihren Vorstellungen anhand der längst veralteten Klischees, wie ein Käfig wohl auszusehen hat.

Sehen wir uns mal die Unterschiede der alten und neuen Zoos an, hier hat bereits ein Umdenken stattgefunden, was die Bedürfnisse der Tiere und ihre Gehege- Größen anbelangt. In alten Zoos sind die Tiere keineswegs auch nur annähernd artgerecht untergebracht.

Maße: Für das MS gilt eine Käfiggröße von 50 X 100cm als die absolute Mindestgröße für 2 bis max. 3 MS! Diese Größe setzt täglichen, zusätzlichen Auslauf voraus!

Ausführung : Hier kann praktisch gedacht werden, was die Stabilität der Käfiggitter anbelangt und die Höhe der Bodenschale, die möglichst nicht zu niedrig sein sollte, um Späne vor dem herausfallen weitgehend aufzuhalten. Eine zusätzlich angebrachte, zuschneidbare Plexiglasfolie am unteren Rand lang kann ebenfalls noch nützlich sein vor fliegenden Spänen.

Es gibt Käfige, die rundum aus Plexiglas bestehen, die haben aber auch ihre Nachteile! Die aufsteigenden Salmiakdämpfe konzentrieren sich hinter solch rundum abgedichteten Wänden zu sehr, belasten dadurch die Atemwege unserer Tiere.

MS nehmen ihre Umwelt hauptsächlich durch ihren Geruchssinn wahr und wären durch einen solchen Käfig zu stark isoliert, sie wollen viel lieber teilhaben am Geschehen um sie herum! Plexiglaskäfige sind auch problematisch, was die Befestigung von Trinkflaschen und Raufe angeht, hat also auch praktische Nachteile! Eben beschriebenes gilt in gleichem Maße für Haltung in Glasbecken usw.

Eine recht gute Alternative zu den Plexiglaskäfigen, mit ihren hohen Seitenwänden, wäre ein geräumigeres Vivarium (aus Acryl), welche über niedrigere Seitenwände verfügen und von manchen Herstellern sogar nach Wunschmaß gefertigt werden. Leider muß man auch bei Vivarien etwas erfinderisch sein, was das anbringen der Wasserflaschen, Heuraufen etc. angeht. Eine Möglichkeit wäre evtl. die Wasserflaschen an den Häusern zu befestigen und für Raufen Halterungen aus Plexiglas zu basteln, die man dann mit Heißklebepistole an den Wänden anbringen könnte.

Standort des Käfigs: Hell, zugfrei, möglichst in Tischhöhe. Ruhiger Standort! Lärm und anhaltende Hektik bzw. der Fernseher direkt neben dem Käfig sind unzuträglich für MS. Allerdings sollte Familienanschluss dennoch möglich sein, da Meerschweinchen gern am Geschehen teilhaben.

Raum des Käfigs: Nicht in feuchten u./o. dunklen Kellerräumen, sondern bei Luftfeuchtigkeit von 45- 60% und normaler Zimmertemperatur 17- 21 C° ist am geeignetsten.

 

Käfigbau

Gestrichenes Holz ist nur bedingt tauglich, da die Anstriche auf Dauer dem Urin nicht standhalten, dieser dann ins Holz eindringt und das Holz dadurch früher oder später zu riechen beginnt.

Bei Anstrichfarben auf Ungiftigkeit achten und frisch gestrichene Ställe gründlich ausdünsten lassen, bevor Tiere hinein können. Geeignet sind z.B.: Spielzeuglack, Hartwachsöl, Auro Naturöl, Dekorwachs oder Leinölfirnis.

PVC als Material zum auskleiden für den Boden muss so verarbeitet werden, das es keinesfalls angenagt werden kann (anbringen von Abschlussleisten). Die Ausdünstungen von PVC sind gesundheitsschädlich, weshalb man PVC von der Rolle erst im auseinander gerollten Zustand für 4 Wochen ausdünsten lassen sollte, bevor man es dann weiter verarbeitet.

Stabile Teichfolie ist als Bodenbelag nur geeignet, wenn sie so verlegt ist, das sie garantiert nicht angenagt werden kann (tödlich), d.h. glatt verlegen und anbringen von Schutzleisten als Abschluss. Eine mögliche Alternative wäre auch die Verwendung von LKW- Planen.

Tipps für den Eigenbau bei Innenhaltung:

Hierfür eignet sich am besten Holz mit Furnierbeschichtung. Besonders stabil sind Arbeitsplatten für Küchen (für die Bodenplatte) oder noch besser sind spezielle Arbeitsplatten für Labore (Nachteil: teuer, Material sehr schwer zu beschaffen).

Alle Ecken / Fugen müssen mit einem Aquariumkitt oder qualitativ gutem Sanitär- Silikon abgedichtet werden, um eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern. Den Kitt nach Anwendung gut antrocknen und ausdünsten lassen.

Die Höhe der Seitenwände (wenn keine Wand offen, sondern die Anlage ringsum geschlossen sein soll) einer oben offenen Käfig- Anlage braucht nicht höher als 30 cm sein, um zu gewährleisten, das die Wohnfläche ausreichend belüftet wird (Ammoniakdämpfe, Wärmestau).

Möchte man lieber höhere Seitenwände anbringen, sollte wenigstens 1 Seitenwand aus luftdurchlässigem Draht/Gitter bestehen oder man bringt entlang einer Seite ca. 12- 15 cm über Bodenhöhe Belüftungsgitter an.

Möchte man Scheiben anbringen, um seiner Anlage besseren Lichteinfall und ein wenig Vitrinencharakter zu verleihen, kann man Glas als auch Plexiglas oder Makrolon verwenden. Bastlerglas ist ungeeignet (splittert).

Bei Glas muß man bedenken, das es recht schwer ist. Da ist Plexiglas oder Makrolon besser, wobei zweit genanntes zwar teurer dafür aber dem Plexiglas in punkto Bruch- und Kratzfestigkeit überlegen ist. Man kann seine Platten gleich bei Kauf zuschneiden lassen. Für deren Verklebung gibt es einen Spezialkleber. Plexiglasscheiben oder Makrolon kann man prima als herausnehmbare Trennwände benutzen, wenn man entsprechende Führungsschienen an den Innenwänden der Anlage anbringt, in die sie je nach Bedarf bequem eingeschoben und wieder entfernt werden können. Dies ist besonders für Züchter interessant, die häufiger mal Tiere umquartieren/ separieren müssen.

Der Eigenbau hat den Vorteil, das man die Maße ganz nach Platzverhältnissen und die Einrichtung nach eigenen Phantasien frei kreieren kann.

Wenn es an größerer Stellfläche mangelt, baut man einfach über mehrere Etagen gehend in die Höhe.

Sehenswerte Anregungen zum Eigenbau von Käfiganlagen:

http://www.mel-s.de/index2.html  

(Auf der Hauptseite „Eigenbau“ anklicken)

 

Kälte

Kälte wird von Meerschweinchen wesentlich besser vertragen als Hitze. Die Tiere müssen jedoch langsam an kalte Außentemperaturen gewöhnt werden, um Gelegenheit zu haben dichteres Winterfell zu entwickeln.

Ein trockener, Kälteisolierter Unterschlupf darf zudem nicht fehlen. Bei gut isoliertem Stall können die Meerschweinchen auch bei Minusgraden draußen überwintern. Zwecks gegenseitigem aufwärmen ist Gruppenhaltung natürlich zu bevorzugen.

 

Quelle:
http://thegoldennuggets.theroots.de/haltungen/haltungen.htm

 

 


Der untenstehende Text unterliegt dem Copyright von Martina Thierau,

hab ihn neulich im Netz gefunden und ich finde das triffts...

Ich investiere sehr viel Liebe, Fürsorge und oft auch Geld in meine Hobbyzucht.

Man verdient nichts mit diesem Hobby, es geht noch nicht mal null auf null auf.

Da muss nur einmal ein Kaiserschnitt notwendig werden und schon ist man wieder dick im Minus.

Jeder, der züchtet, weiss wie oft ein Besuch beim Tierarzt notwendig sein kann,

auch die beste Haltung schützt leider nicht vor behandlungsbedürftigen gesundheitlichen Problemen der Meerschweinchen. Aber es ist eben eine Leidenschaft, mehr als nur ein Hobby, und man investiert gerne.

Leider ist es aber gelegentlich so, dass jemand denkt, man verschenkt Babys und ist sogar noch froh, wenn man sie loswird. Dem ist nicht so!

 

Ja, meine Meerschweinchen kosten Geld, und zwar je nach Geschlecht 25 – 30 Euro.  

Wer diesen geringen Abgabepreis für ein Meerschweinchen nicht aufbringen möchte oder erwartet,

dass er bei einem Züchter die Tiere kostenlos bekommt, der sollte lieber noch einmal überlegen,

ob er überhaupt bereit ist die Verantwortung für ein Tier zu übernehmen.

Es  werden auf alle Fälle  weitere Kosten, wie z.B. ein Käfig oder ein Eigenbau,

die alltäglichen Ausgaben (Heu, Streu, Futter usw.)  sowie evtl. anfallende Tierarztkosten diesen Preis schnell überschreiten. Meine Tiere werden liebevoll und so weit als möglich artgerecht gehalten,

leben in sauberen Gehegen und bekommen das Futter, das sie benötigen.

Im Sommer ist dies relativ einfach, denn der Garten gibt ja allerhand Leckereien her.

Es ist aber zu bedenken, dass Meerschweinchen auch im Winter Frischfutter brauchen und das kann (je nach Anzahl der Tiere) auch schon mal ganz schön ins Geld gehen.

Wer also nicht bereit ist für ein Tier einen Betrag von 25-30 Euro zu zahlen,  der ist dann auch nicht bereit gutes Futter zu kaufen, eine ausreichend großzügige und schöne Haltung zu gewährleisten und bei Krankheit direkt einen Tierarzt aufzusuchen. Besonders hier wird oftmals dann schnell gedacht: "Ach, die Behandlung ist ja teurer als die Anschaffung,

kaufen wir eben ein neues!“

Nach meiner Meinung kommt hier aber auch der alte, abgedroschene Spruch zum Tragen:

“WAS NICHTS KOSTET, IST AUCH NICHTS“.

Wenn man für etwas zahlen muss, schätzt man es eben auch höher ein, so ist der Mensch eben.

 

Natürlich kann man bei so genannten „Vermehrern“ (das Wort Züchter ist hier total fehl am Platze) und in Zoohandlungen auch Meerschweinchen für 5 Euro oder sogar geschenkt bekommen. Dies  freut sicher  vor allem die Reptilienhalter. 

Allerdings muss man dann auch eigentlich sofort den Tierarzt aufsuchen,

weil Meerschweinchen aus Massenvermehrungen sehr oft Probleme mit den Zähnen haben (Zahnfehlstellungen, Brückenbildung usw.), die dann behandelt werden müssen.

Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass diese Tiere oft nicht nach Geschlechtern getrennt gehalten werden und deshalb auch die kleinsten Mädels gelegentlich schon tragend verkauft werden,

weil ungeschultes Personal sich nicht mit den Geschlechtsunterschieden auskennt.

Dann bekommt man natürlich sehr viel für sein Geld: 

„ Ein Meerschweinchen für 5 Euro – und viele, viele ungewollte Babys von oft sehr schlechtem Gesundheitszustand, Schnäppchen eben“.

Wenn Sie dies also unterstützen wollen, dann müssen Sie Ihr Tier dort kaufen.

 

Ein seriöser Züchter hingegen ist ein Liebhaber, der immer bereit ist, sie nach Kräften zu unterstützen,

der geduldig alle Fragen beantwortet,

seine Gehege und Haltungsbedingungen gerne vorzeigt und seine Tiere auch alle beim Namen kennt.

Hier bekommen sie wirklich ein Mädel, wenn es ein Mädel sein soll und dieses Mädel ist dann auch garantiert nicht tragend.  Hier können sie, sollten einmal Probleme auftreten,

auch später am Abend oder am Wochenende um Hilfe und Beratung anfragen,

denn bei jedem seriösen Hobby-Züchter steht das Wohl der Tiere an allererster Stelle.

 

Wer sich und seine Einstellung in diesem Text wiedererkennt, oder wer sich jetzt "auf's Füßchen getreten fühlt",

der kann mich gerne kontaktieren oder dieses Thema in einem Forum öffentlich diskutieren...wie wär's?

 

 

 

 

Der obenstehende Text unterliegt meinem Copyright,

darf jedoch unter Angabe meiner Person gerne kopiert und verwendet werden, solange der Text unverändert bleibt.

- Martina Thierau -